SPD Sulzbach-Rosenberg

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Stadt Sulzbach-Rosenberg

 

Maria Noichl bricht eine Lanze für das Ehrenamt

Kommunalpolitik

"Politik ist wie eine Band: Wenn einer ein Solo hat, dann halten alle anderen die Klappe!" Maria Noichl kann gut reden.

Beim SPD-Jahresempfang nimmt sich die Abgeordnete aus dem Europaparlament das Ehrenamt vor. 44 Prozent der Bevölkerung seien in irgendeiner Weise ehrenamtlich tätig, leitete Ortsvereins-Vorsitzende Bettina Moser den SPD-Empfang im Kettelerhaus ein, doch der Anteil stagniere oder sinke sogar.

Umstrukturierung geglückt

Bürgermeister Michael Göth sah im Ehrenamt einen wertvollen Pfeiler der Gesellschaft und blendete auch auf die Entwicklung der Stadt zurück, die jetzt mit über 9000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten die Umstrukturierung abgeschlossen habe - mit stabilen Einwohnerzahlen. Der Schuldenstand habe sich von 53 auf 44 Millionen Euro verringert.

"Eigentlich sollten die Leute Schlange stehen, um solche Posten zu ergattern", meinte SPD-Landratskandidat Michael Rischke zu den Schwierigkeiten mancher Vereine, Vorstandsmitglieder zu finden. "Vereine tragen zur Attraktivität bei, und diese erhält uns am Leben."

Auch Helfer brauchen Hilfe

Wenn sie zu Vereinen oder Verbänden gehe, meinte die Europaabgeordnete und frühere Rosenheimer Stadträtin Maria Noichl, dann spreche sie immer von "Klettverschluss-Veranstaltungen". Denn wie die zahllosen kleinen Häkchen des Klettbandes hielten auch die ehrenamtlich Tätigen die Kommunen zusammen.

Es sei allerdings unwürdig, wenn Vereine mehr Zeit auf die Beschaffung von Geld als auf ihre Arbeit aufwenden müssten. Noichl warnte auch davor, Tätigkeiten von eigentlich Hauptamtlichen zunehmend auf die Ehrenamtlichen zu verlagern.

"Aber auch die Helfer brauchen unsere Hilfe", spielte sie auf die Diskussion um die Retter im Mittelmeer an. Helfen sei unteilbar - ob dort oder am Chiemsee. "Und wer Helfer angreift, gehört doppelt hart bestraft." "Wie lange wird es noch möglich sein, dass demokratisches Geld in den Empfängerländern gegen Minderheiten eingesetzt wird?", fragte die Europaparlamentarierin angesichts der Zahlungen an Polen, Ungarn und andere Länder, die deutliche Defizite im Umgang mit ihrer Bevölkerung zeigten.

Gegen Europa-Heer

Gerechtigkeit sei das, was sich die SPD auf die Fahne geschrieben habe. Sie sei nicht die Partei der Umverteilung, sondern der Zurückverteilung. Das machte sie deutlich daran, dass nur 2,7 Prozent der Agrarbetriebe in Europa schon 50 Prozent der Agrarflächen besäßen - mit Tendenz nach oben.

Eine Absage erteilte Maria Noichl der Idee eines europäischen Heeres, so etwas sei absolut ungeklärt. Schon eine Lage wie in Frankreich, wo Präsident Macron die alleinige militärische Verfügungskraft habe, sei bei der bundesdeutschen Parlamentsarmee undenkbar.

Hausklingel unerreichbar

Europa gleiche einem Haus mit einem Willkommen-Schild, in dessen Vorgarten allerdings scharfe Hunde darüber wachten, dass niemand an die Klingel komme. Dabei sei die rechtliche Frage beim Asyl doch klar geregelt.

Zum Schluss sprach die Abgeordnete noch ein Lob aus: "Ich sehe, dass hier die AfD gar nicht antritt. Sie hat offensichtlich keinen Nährboden." Das zeuge von Zivilcourage und wacher Demokratie in den Kommunen. "Jeder Mensch ist wichtig", schloss Noichl, die die SPD auch unbedingt als Partei des Friedens sah. Das Duo The Burst umrahmte die Veranstaltung gekonnt.